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24.05.2019

Wheels on Woods - Interview only available in German

 

Enjoy the ARRI Rental making-of: watch here

 


Denkt man an Skateboarden, fallen einem sofort alle möglichen urbanen Szenen ein: Sprünge von Treppen, über Geländer sliden, Ollies auf Betonplätzen… Skateboarding gehört zur Stadt wie Graffiti, Geschäfte und Straßenlaternen. Der Wiener Filmemacher Seppi Scholler (36) wagte ein Experiment und holte für „Wheels on Woods“ die Skateboards in die Natur. Scholler, der selbst mehr als zehn Jahre professioneller Snowboardfahrer war, hatte die Idee zu dem Projekt bereits 2016 und gewann damit Red Bull als Partner. Fast ein Jahr lang liefen die Vorbereitungen, im September 2018 wurde in einem Wald eine Stunde von Wien entfernt gedreht. Am 6. Mai 2019 launchte Red Bull „Wheels on Woods“ im Internet. Die Reaktionen waren überwältigend. Die Skate-Community liebt das „insane skate video“ und Gary Rogers vom Kultmagazin Thrasher meinte „Ich hab echt versucht, das Video nicht zu mögen. Aber ich finde es super.“

 

 

Wie erging es Euch bei der Realisierung von „Wheels on Woods“?

Es war sicherlich das mit Abstand größte und herausfordernste Projekt, das ich jemals gemacht habe. Das ging beim Materialtransport los. Wir hatten wahnsinnig viel und konnten aber nicht überall mit dem Auto vorfahren. Dann das Wetter. Wenn es halt mal vier Tage regnet, kannst du einfach nichts machen. Aber das soll nicht so klingen, als wäre es eine reine Tortur gewesen. Wir hatten so eine positive Energie in der Gruppe. Das lag vor allem an unserer Produzentin Pizzi Petrovsky. Sie ist DIE Schlüsselfigur des Projekts und hat immer wieder das Klima im Team positiv beeinflusst. Am Ende war es wie ein Schulschikurs. Alle schweißt es voll zusammen und jeden Abend haben wir zusammengesessen und Bier getrunken und den Abend ausklingen lassen. Ja, es war anstrengend und intensiv und eine emotionale Achterbahn, aber es war definitiv positiv.

 

Ihr habt mit drei ALEXA Minis gedreht…

In der Welt des Extremsport gibt es noch sehr viele Berührungsängste mit dicker Technik. Ich habe das Gefühl, da herrscht dieses Klischee: Die machen halt Film und wir machen was anderes. Aber ich fand es super und spannend, dass wir mit ARRI Rental zusammenarbeiten und diese Kameras in unser Metier bringen konnten – und damit gezeigt haben, dass die auch für unsere Anforderungen top sind.  

 

Wie meinst Du das?

Hier verschwimmen zwei Welten: die Dokuwelt und die normale Filmwelt. Wenn du zum Beispiel dieses große Cliff mit den Fahrern drehst, versuchst du natürlich, das filmtechnisch so gut wie möglich umzusetzen. Aber es gibt im Sport und in solchen Extremsituationen ein gewisses Momentum und wenn dieses Momentum da ist, dann muss es passieren. Wenn du Pech hast, steht der Fahrer oben und sagt „in zehn Minuten ist es ON“ und dann musst du in zehn Minuten bereit sein. Sicher könnte ich sagen: „Bitte warte, weil in drei Stunden haben wir Superlicht“. Aber wenn es nicht in zehn Minuten passiert, passiert es vielleicht nie. Da kommt das Dokumentarische, das Schnelle rein.

 

Kommt daher die Skepsis gegenüber „dicker Technik“?

Wahrscheinlich. Es muss halt on point sein und schnell passieren und man hat nicht, wie bei einem großen Hollywoodfilm, zehn Stunden Zeit für Umbauten. Es gibt eben diese zwei Zeitdruckfaktoren, Wetter und Momentum. Und mit dieser Kamera kannst du richtig gute Qualität liefern, sie ist aber trotzdem sehr handlich. Du kannst sofort auf dem Boden damit drehen, du kannst sie relativ schnell ins Cable schnalzen oder aufs Stativ…

 

Der Film ist draußen und kommt sehr gut an. Bist Du selbst auch zufrieden?

Die meisten Ziele bei diesem Projekt habe ich erreicht. Ich wollte zum Beispiel, dass der „Wheels on Woods“ für jeden ist. Das ist mir generell wichtig. Auch wenn der Film sehr zielgruppenorientiert ist, will ich, dass er nicht nur die Core-Zielgruppe wirklich flasht, sondern auch meine Oma und den Mainstream. Und das hat sehr gut funktioniert.

 

Fand Deine Oma den Film gut?

Ich habe ihr das Video auf dem Handy gezeigt und es hat ihr gefallen. Voll.

 

Und welche Ziele sind noch offen?

Kaffee trinken mit dem Regisseur Spike Jonze. Er, Willy Bogner und Werner Herzog sind meine drei großen Vorbilder. Spike Jonze kommt ja aus der Skate-Ecke. Anfang der 90er Jahre hat er einen kurzen Clip gemacht, in dem ein Typ im Wald Skateboard fährt. Ich kannte den Clip nicht, als mir meine Idee gekommen ist, aber dann habe ich mich bemüht, mit „Wheels on Woods“ eine 2019er Version von seiner Arbeit gemacht. Ich fände es sehr schön, wenn er das sehen würde. Und dann würde ich gerne einen Kaffee mit ihm trinken gehen.  

 

Videos:

Check out the project videos:
Main clip: watch here
Making-of: watch here

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